CDU: Stadtarchiv muss mehr Platz bekommen!

„Ein Archiv rechnet sich nicht, aber es zahlt sich aus.“ Diese Aussage von Dr. Christoph Waldecker, dem Limburger Stadtarchivar, stieß auf breite Zustimmung unter den Teilnehmern einer vom CDU-Ortsverband Limburg-Kernstadt organisierten Besichtigung des „Gedächtnisses der Stadt“ im Schloss. Dr. Waldecker nahm sich fast zwei Stunden Zeit, um seinen Gästen einen Einblick in die tägliche Arbeit eines Archivs im Allgemeinen und die des Limburger Stadtarchivs im Besonderen zu geben.

Dabei erfuhren die Besucher unter anderem, dass das Sichten und vor allem das Wegwerfen zu den Hauptaufgaben eines Archivars gehört. Er alleine entscheidet, welche Akten archivwürdig sind, nachdem die Ämter und Abteilungen des Rathauses sie aussortiert haben. Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf diese Vorgänge haben werde, lasse sich noch nicht einmal ansatzweise abschätzen, denn niemand wisse, wie haltbar die heutigen Datenträger seien. Und davon abgesehen mache es die rapide Entwicklung der Speichertechnik ohnehin fraglich, dass die heutigen Dateiformate auf den heutigen Speichermedien mit der IT-Ausstattung der Zukunft gelesen werden könnten.

Das alles ändere aber nichts daran, dass täglich immer noch erhebliche Aktenmengen auf Papier im Stadtarchiv ankämen und dass der archivwürdige Teil davon erfasst und eben archiviert werden müsse. Und hier – davon konnten sich die Mitglieder der CDU überzeugen – stößt das Archiv langsam aber sicher an seine Grenzen. Das im Jahr 2009 errichtete Rollregallager ist nun fast voll und eine Erweiterung dringend nötig. Die Christdemokraten unterstützen deshalb die Pläne des Magistrates, dem Archiv im Zuge der Sanierung und Renovierung des Schlosses deutlich mehr Platz zur Verfügung zu stellen.

Die Lagerung und Erschließung langfristig zu sichernder Aktenbestände der Stadtverwaltung ist jedoch zwar die Haupt-, aber nicht die einzige Aufgabe eines Stadtarchivs. Als „Gedächtnis der Stadt“ soll es den Geschichtsinteressierten Quellen für die historische Forschung liefern. Diese sollten sich aber nicht auf Amtsvorgänge, sondern auch auf Informationen über das „normale Leben“ erstrecken. In diesem Sinne appelliert Dr. Waldecker an seine Besucher und an die Öffentlichkeit, alte Fotosammlungen sowie Firmen- und Vereinsarchive dem Stadtarchiv anzuvertrauen.

 

Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker informierte die CDU-Delegation kenntnisreich und unterhaltsam über die Arbeit “seines” Archivs.