Zukunft der Bibliotheken: Digital oder analog?

„Wird es in Zukunft noch Bücher zum Anfassen geben?“ Diese Frage beschäftigte viele der Teilnehmer der vom CDU-Ortsverband Limburg-Kernstadt organisierten Besichtigung der Diözesanbibliothek. Dr. Stephanie Hartmann, Leiterin der Bibliothek, nahm sich fast zwei Stunden Zeit, um ihren Gästen einen Einblick in die Arbeit einer Spezialbibliothek im Allgemeinen und die der Limburger Diözesanbibliothek im Besonderen zu geben.

Die Besucher erfuhren unter anderem, dass die Diözesanbibliothek kurz nach der Gründung des Bistums Limburg, im Jahr 1829, gegründet wurde. Zu Beginn diente die Bibliothek als „Sammelstelle“ für Buchbestände aus aufgelösten Klöstern oder aus Stiftungen. Eine professionelle Leitung der Bibliothek fand in dieser Zeit nicht statt und die Bibliothek geriet bald in eine mehrere Jahrzehnte andauernde Vergessenheit.

Seit der Fusion dieser alten Bibliothek mit einer neuen Bibliothek im Jahr 2015 besteht die Diözesanbibliothek im Priesterseminar aus zwei Teilen – einem Altbestand und einem Neubestand. Insgesamt umfasst der Bestand rund 90.000 Bücher bzw. Bände. Viele Bände sind aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhundert. Dr. Hartmann zeigte den Besuchern auch einige der Inkunabeldrucke, welche aus der Frühzeit des Buchdrucks stammen. Auch einige der weiteren Exponate faszinierten die Teilnehmer der Führung und regten zur Diskussion an.

Die Bibliothek hat begonnen, Bücher aus ihrem Bestand zu digitalisieren. Allerdings wird diese Aufgabe noch etliche Jahre in Anspruch nehmen. Mit einem Blick in den Lesesaal und das große Rollregallager endete die Besichtigung. Am Ende waren sich fast alle einig – Bücher wird es auch in Zukunft noch analog geben!

Die Leiterin der Diözesanbibliothek Dr. Stephanie Hartmann präsentiert ein Exponat und erläutert ihre Arbeitsweise. Foto: privat